FOMC-Zinsentscheidung
Bevor am Mittwoch die Vereinigten Staaten in den Fokus rücken, erwarten wir am Dienstag einige interessante Daten aus der
Eurozone.
Nach der Freude über die neue italienische Regierung überwog auch im
weiteren Verlauf des ersten Handelstages der neuen Woche eher Optimismus
– und das, obwohl die Daten alles andere als erfreulich waren. Gab die
italienische Anleihe-Auktion noch wirklich Grund zur Freude, lehrten die
Verbraucherpreise aus Deutschland eher das Fürchten lehren. Dies hat
aber für die Märkte eine Vorfreude zur Folge: Die Zinssenkung der EZB
ist heute zumindest mal nicht unrealistischer geworden, auch wenn ich
glaube, dass eine solche Maßnahme nicht wirklich viel bewirken würde.
Die spannende Frage ist, ob sich die EZB von den Erwartungen des
Marktes leiten lässt oder sich an die eigenen Statements hält, die
eigentlich eher gegen eine Zinssenkung sprechen müssten. Ich habe dies
ausführlich im Wochenausblick
beschrieben. Vor der Zinsentscheidung des FOMC der Fed am Mittwoch und
der EZB am Donnerstag, können wir uns am Dienstag zunächst ein gutes
Bild von der
wirtschaftlichen Lage in der Eurozone machen.
Auf Deutschland erscheint schon 8 Uhr der
GfK-Konsumklimaindex,
den die Marktteilnehmer unverändert zum Vormonat erwarten. 8.45 Uhr
gibt es die französischen Konsumausgaben, bevor 9.55 Uhr der deutsche
Arbeitsmarkt im Fokus steht. Die Zahl der Arbeitslosen soll
saisonbereinigt um 2.000 steigen, die Quote soll bei 6,9 % verharren.
Betrachtet man die Tatsache, dass wir mitten im Frühjahr sind, darf man
diese Zahlen als nicht unbedingt optimistisch bezeichnen. Sollte der
Arbeitsmarkt noch schlechter ausfallen, dürften die Zinsphantasien
weiter bestehen bleiben. 11 Uhr gibt es dann die Arbeitslosenquote und
die Verbreaucherpreise aus der Eurozone. Bleiben letztere hinter den
Erwartungen zurück, ist das für den Markt Wasser auf die Mühlen der
Hoffnung auf eine Zinssenkung durch die EZB. 14.30 Uhr melden die USA
den Arbeitskostenindex, 14.55 Uhr wird das Redbook geöffnet, ehe der
Chicago Einkaufsmanagerindex (15.45 Uhr) und das CB Verbrauchervertrauen
(16 Uhr) den Tag an Daten aus Eurozone und USA abschließen.
Ganz sachte hat sich
EUR/USD am Montag über die 1,31
gewagt. Der nächste Widerstand dürfte schon bei 1,3137 und dann um
1,3160 warten. Erst dann dürfte das Monatshoch bei 1,3201 in den Fokus
rücken. Auf der Unterseite unterstützen 1,3030 und 1,2970. Interessant
ist, dass die mögliche Zinssenkung dem Euro am Montag nicht gebremst
hat.
Tendenz: neutral/leicht bullish weil der DAX treibt.

Der Dienstag beginnt schon 0.45 Uhr mit den
Baugenehmigungen aus Neuseeland.
Der Kiwi hat nach seiner Korrektur wieder in den Erholungsmodus
gewechselt. Aktuell bewegt sich NZD/USD in der Nähe des Widerstands bei
0,8570. Ein Überschreiten könnte das Paar Richtung 0,8625 und dann zum
Jahreshoch bei 0,8676 führen. Auf der Unterseite unterstützt die 0,8460.
Tendenz: bullish
Japan meldet 1.50 Uhr die Einzelhandelsumsätze. Der
Konsenz wurde schon mal leicht nach oben auf – 2,2 % korrigiert. Diesmal
wird auf Jahresbasis sogar ein Unsatzplus von 0,5 % erwartet. Außerdem
gibt es die Zahlen der Industrieproduktion. USD/JPY ziert sich weiter
vor der 100. Nach der jüngsten Korrektur konnte das Paar einen Boden bei
97,50 bilden. Auf der Oberseite ist der erste Widerstand um 98,50 und
dann bei 99 zu finden. Zuletzt sah es so aus, als ob die japanische
Wirtschaft wieder ein wenig in Tritt kam, was für eine Stärkung des Yen
sprechen würde. Ich rechne deshalb am Dienstag mit keiner neuen Attacke
auf die 100. Deshalb:
Tendenz: neutral

Am Nachmittag lohnt sich noch ein Blick nach
Kanada:
Das BIP steht auf dem Plan. Erwartet wurde für den vergangenen Monat
ein Wachstum von 0,2 % – unverändert zum Vormonat. Die Schwäche des
US-Dollars zeigte sich am Montag besonders im USD/CAD. Das Paar rückt
immer näher an die Parität heran. Support ist etwa bei 1,0125 zu finden.
Dort könnte es zu einer Erholung kommen, denn das Paar ist im 4H-Chart
völlig überverkauft und schreit förmlich nach einer Umkehr. Erstes Ziel
1,0164.
Tendenz: Das Paar ist überverkauft. Eine Gegenbewegung muss eingeplant werden.

Die Wunschanalyse ist heute
Gold. Das gelbe Metall
befindet sich auf seinem langen Pfad der Erholung an einem
entscheidenden Punkt. Die 1.480 könnte der entscheidende Widerstand
sein, der das Metall wieder unter Druck setzt. Dreimal hat der
Widerstand jetzt gehalten (Pfeile). Hier könnte sich eine Topbildung
zeigen, was für fallende Kurse sprechen könnte. Bestätigt wäre ein
solches Szenario aber erst unter der Unterstützungsmarke von 1.455 USD.
Auf der anderen Seite könnte ein nachhaltiges Überwinden der 1.480 auf
weiteres Erholungspotential bis 1.540 eröffnet. Dagegen spricht
allerdings der RSI, der wohl schon im Bereich um 1,505 in den
überkauften Bereich geraten würde.
Tendenz: Neutral / eher bearish