Auch der Aussie kam in der vergangenen Nacht unter die Räder, und
dass, obwohl aus Australien gute Zahlen von den Wohnungsbaukrediten
gemeldet wurden. Aber
AUD/USD ist nun mal
rohstoffabhängig und so rauschte das Paar gemeinsam mit Gold in den
Keller Seit Montagfrüh, 2 Uhr, bis zur Veröffentlichung dieses Post
verlor das Paar rund 150 Pips. Aktuell droht das Paar unter die
Untestützung bis 1,0350 zu fallen. Sollte dies geschehen, erwarte ich
einen weiteren Abverkauf bis wenigstens 1,0275. Nach dem gewaltigen
Abverkauf ist es aber wahrscheinlich, dass das Paar zunächst eine
Erholungsbewegung vollzieht. Diese könnte in den Bereich 1,04 führen.
In der Nacht zum Dienstag erscheinen 3.30 Uhr die Monetary Policy Meeting Minutes,
also das Protokoll der letzten Zinssitzung. Sollte hier eine
Zinssenkung ernsthaft erwogen worden sein, kann AUD/USD schnell in den
Bereich 1,02 zurückgeführt werden. Denn während ich das schreibe, hat
das Paar schon die 1,0350 durchbrochen. Hoffnung für den Aussie bleibt
aber der überverkaufte Status.
9.15 Uhr wird der Schweizer Erzeugerpreisindex veröffentlicht. Schon infolge der schwachen Daten am Freitag endete für EUR/CHF
der kurze Ausflug über die 1,22. Am Montag konnte sich das Paar zwar
nochmal kurz ein wenig erholen, aber generell sieht es danach aus, dass
auch das Monatstief bei 1,2128 bald erneut getestet wird.
Wer schon immer mal auf einen Blick sehen wollte, wie die Wirtschaft im Vereinigten Königreich
zu bewerten ist, hat am Dienstag eine einmalige Gelegenheit. Die
Erzeuger- sowie die Verbraucherpreise sind die wichtigsten Daten, die
uns 10.30 Uhr zelebriert werden. GBP/USD schaffte es in
der vergangenen Woche bis zum Widerstand 1,5415, eine ideale Marke für
eine Topbildung. Nun droht beim Durchbrechen der 1,5250 wieder das
Erstarken der Bären. Besonders unter 1,5075 dürfte weiterer Druck auf
das Paar drohen.
Aus Kanada werden am Dienstag der Erwerb
der ausländischen Wertpapiere und der Produktionsverkauf gemeldet
(jeweils 14.30 Uhr). USD/CAD fand am Freitag bei 1,0083
einen Boden und gewann seitdem rund 150 Pips. So steht das Paar wieder
über 1,02 und dürfte Kurs auf den Widerstand bei 1,0280 nehmen. Erste
Unterstützung sollte es bei 1,0215 geben. Darunter unterstützt die
1,0160.
Und nun zum Thema des Tages: Gold.
Das Edelmetall hatte es noch fast Glück und verlor “nur” 8 %. Silber
gab gleich 10 % ab. Grund sollen Verkaufsorder eines bedeutenden
Marktteilnehmers gewesen sein, der seine Gold- und Silber-Positionen
auflösen musste. Andere Markteilnehmer spekulieren über Spekulanten, die
den Goldkurs manipulierten. Vielleicht gibt es ja auch ein paar ganz
irdische Erklärungen für den Abverkauf von Gold. Ich bin kein Fan von
Verschwörungstheorien und versuche mich mal an ein paar Fakten zu
halten.
Die Märkte flüchten zwar in sichere Häfen, wie deutsche Anleihen, aber nicht in Gold. Viele sehen Gold als Krisenwährung
und setzen voraus, dass wir derzeit eine Krise haben, die eigentlich
eine Flucht des Kapitals in Gold als einzige logische Konsequenz
zuließe. Nur haben wir eine Krise, die keine Alternative zu Gold bietet?
Eher nein. Denn solange die Notenbanken billiges Geld in den Markt
pumpen, ist mit einem abwürgen der Konjunktur nicht zu rechnen. Die
Märkte legen ihr Geld also weiter in Aktien an. Deutlich wurde das am
Montag. Die schwachen Zahlen aus China belasteten zwar auch die Aktien,
aber die Verluste fielen im Vergleich zum Rohstoffen eher moderat aus.
Dies war der der zweite Grund für den Abverkauf. Die weltweit schwächelnde Konjunktur benötigt weniger Rohstoffe,
was Rohstoffe allgemein günstiger werden lässt. Dazu kommen, die
Überlegungen Zyperns, einen beträchtlichen Teil seiner Goldreserven zu
verkaufen. Das Kaufargument der Wertbeständigkeit zieht gerade nicht,
die haben Aktien aktuell viel mehr zu bieten als Gold.
Gold gilt ja eigentlich als Inflationswährung.
Auch auf diesem Gebiet gibt es gerade keinen Grund, das gelbe Metall zu
kaufen, denn trotz der immensen Liquidität, die die Notenbanken in den
Markt pumpen kämpfen die Volkswirtschaften eher mit Deflation oder
zumindest mit der Gefahr einer Deflation. Dass wir mit der aktuellen
Politik sicher irgendwann von der Deflationsphase direkt in eine
Inflation schlittern könnten, liegt auf der Hand, wird aber aktuell noch
nicht von den Märkten gesehen. Aktuell sind die Preise in den
wichtigsten Volkswirtschaften stabil, es gibt keinen Grund, beängstigt
zu sein.
Und schließlich ist da der Gewinn der
letzten Jahre. Innerhalb von 2 Jahren hat sich der Wert von Gold
verdoppelt. Was hat diese Preisexplosion gerechtfertigt? War der Markt
nicht völlig überhitzt? Anzeichen, dass die Goldrallye nicht weitergehen
könnte, gab es spätestens seit Oktober 2010, als die 1.800er Marke
nicht gebrochen werden konnte. Eine Korrektur lag nahe. Eine Korrektur
des aktuellen Ausmaßes konnte aber nicht vorausgesehen werden. Niemand
konnte damit rechnen, dass der Goldpreis innerhalb von 2 Wochen um etwa
15 % einbrechen würde.
Von diesen 250 USD verlor Gold allein am
Freitag und Montag 200 USD. Ich habe im OpenBook Statements gelesen, die
schwere Vorwürfe gegen Gurus und ihre Strategie schickten. Das halte
ich für gewagt. Ich habe nirgends gelesen, dass jemand mit derartigen
Abgaben gerechnet hat. Diese Marktreaktion war aus meiner Sicht nicht
vorhersehbar.
Dass Gold eher eine Korrektur erfahren
würde, war mir schon klar, aber für mich war das Ziel beispielsweise bei
etwa 1522 USD zu sehen. Ich weiß, dass es Analysten gab, die einen
Preis von etwa 1.480 USD gesehen haben. Das Das Edelmetall aber für
unter 1.400 USD gehandelt wird, habe ich nirgends gelesen. Wer jetzt
also gegen Gurus anschreibt, die Ihrer Verantwortung nicht gerecht
geworden wären, sollte mit seiner grenzenlosen Überheblichkeit in sich
gehen und hoffen, dass die Märkte sich nicht demnächst gegen sie selbst
richten. Der Markt ist nicht bis in jede Ecke ausrechenbar. Das nenne
ich Demut vor dem Markt. Man muss dem Markt zuhören und
versuchen, ihn zu verstehen. Man wird es nicht immer schaffen. Ich
versuche es jetzt trotzdem mit einer Gold-Prognose, die wahrscheinlich
einige wundert. Ich gehe von einer Erholung aus. Warum? Nach dem
Abverkauf muss es eine Korrektur geben. Der RSI unterstützt die Meinung,
denn Gold ist hoffnungslos überverkauft. Selbst im Wochenchart steht
der RSI nur noch bei 19. Eine Erholung in den Bereich 1460/82 halte ich
vor dem Hintergrunde dieses Fakts für möglich. Aufgrund der vorher
beschriebenen Tatsachen gehe ich aber mittelfrisitig von weiteren
Abgaben aus. 1.264 oder gar 1.157 USD müssen wohl jetzt eingeplant
werden. Eine Aufhellung des Bildes dürfte erst wieder bei 1523 USD
eintreten.
